Pfarrkirche St. Cäcilia

 
 Über die Heilige Cäcilia (* um 200 n. Chr. in Rom, + um 230 in Rom) haben wir heute keine gesicherten Erkenntnisse. Erste Erwähnung finden wir ab den 4. Jahrhundert.

Demzufolge verheirateten die Eltern Cäcilia mit dem heidnischen Jüngling Valerianus, obwohl sich die junge Cäcilia dem Herrn versprochen hat (also Ehelos leben wollte).

Cäcilia bekehrte ihren Mann und dessen Bruder zum Christentum.

Tief im christlichen Glauben verwurzelt, beteiligte sich Cäcilia auch bei den verbotenen Bestattungen von hingerichteten Christen und wurde deshalb selbst ins Gefängnis gesperrt und später hingerichtet. Die Hinrichtung verlief aber nicht reibungslos. Mehrere Anläufe scheiterten, so die Legende. Als der Henker schließlich versuchte sie zu enthaupten, gelang ihm dies auch nicht. Die schwer verletzte Cäcilia lebte noch drei Tage, bis sie ihr Martyrium überstand. In dieser Zeit bekehrte sie noch viele Menschen in ihrer Umgebung und verteilte ihren Besitzt unter den Armen.

Die heilige Cäcilia von Rom  (Heilige, Jungfrau und Märtyrin) ist die Patronin der Kirchenmusik. Ihre Attribute (Kennzeichen) ist die Orgel oder die Geige, das Schwert, oder auch die Rose.

Das Patrozinium unserer St. Cäcilia-Kirche ist am 22.11.

 

Durch das Anwachsen der kath. Gemeinde wurde die St. Julianakirche zu klein. Die räumliche Beengung war besonders an Sonn- und Feiertagen unerträglich, so wird es um 1900 beschrieben. Darum suchte man nach verschiedenen Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen. Durch dem 1. Weltkrieg und Inflation verzögerte sich das ganze Vorhaben.

1934 hatte man endlich die Mittel für einen Neubau zur Verfügung. So konnte der damalige Pfarrer Franz Roser am Dreifaltigkeitssonntag (27.05) 1934 den ersten Spatenstich tätigen.

Bereits am 29.09.1935 wurde die neue Kirche durch den Weihbischof Dr. Wilhelm Burger seiner Bestimmung übergeben.

Regierungsbaumeister Hans Herkommer (Stuttgart) stammte aus einer Künstler- und Baumeisterfamilie und er plante diese neue Kirche. Er stand im Ruf eines bewährten Kirchenbauers seiner Zeit (im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ und war auch der ausgesprochene Wunschkandidat von Stadtpfarrer Franz Roser, wie es Hubert Germeshausen in dem Sammelband „St. Cäcilia in Mosbach“, Herausgegeben von der Pfarrgemeinde St. Cäcilia, schreibt.

 
Die Kirche St. Cäcilia wurde mit viel Einfühlungsvermögen zentral und höhengerecht in Ostwestrichtung entlang der Straße angeordnet und dazu platzbildend das Pfarrhaus (nicht ausgeführt) und das Gemeindehaus geplant. Eine abgewogene Proportion hat die Kirche, mit den ruhig geneigten Dachflächen. Sie ist nach außen durch eine funktionsgerechte Dreigliederung in Eingangs-, Schiffsbereich und Turm klar abgegrenzt. Das Motiv der Bogenöffnungen macht in vielseitigen Gruppierungen den architektonischen Charakter der Kirche aus.
An der Außenseite ist auch eine Bildhauerarbeit zu sehen, dass den hl. Pirmin mit einem Kirchenmodell, den hl. Bonifatius und Papst Gregor II. darstellt.
 
 
Auf der Portalwand über dem Haupteingang befindet sich, direkt auf den Sandstein aufgetragen, eine Abbildung des Christkönigs, flankiert von zwei Erzengeln. W. Oeser (Mannheim) hat dieses Werk, nach Beuroner
Schule, geschaffen.
 
 
Wer die Kirche durch den dreigeteilten Eingang mit dem Windfang betritt steht in einem großzügigen, aber recht verhalten und drückend wirkenden Eingangsbereich. Geht man aber nur ein paar Schritte weiter, so folgt nach der Beengung die erlösende Befreiung durch einen hohen, weiten und stützenlosen Kirchenraum. Der Kirchenraum ist dabei einer römischen Basilika nachempfunden. Die Untergurte aus Holz bewirken eine Art Dreischiffigkeit des Kirchenschiffes.
Der Blick des Besuchers richtet sich fast automatisch nach vorne zum hohen Chorraum. Die Verengung des Chorraums führt christozentriert auf die Christkönigsstatue und dem Tabernakel. Die nach oben ins Licht führenden mehrstöckigen Rundbogendurchbrechungen der Chorwand sind beeindruckend. An der Chorwand ist die schon erwähnte Christkönigsstatue, mit Maria und Johannes angebracht.

Die Kanzel (links vorne) ist das einzige (ursprüngliche) asymmetrische Element im Kirchenraum. Sie scheint auf vier Konsolen zu sitzen, welche mit den Symbole der Evangelisten gestaltet sind.
Dieses Werk stammt von dem Bildhauer Kramer (Offenburg)                    

Der Kreuzweg aus hellem Kunststein wurde von E. Mürrle (Pforzheim) geschaffen. Von ihm wurde auch der Taufstein in der Taufkappel gestaltet.

In den Seitennischen des Haupteingangs befinden sich zwei monumentale Mosaiken, von B. Müller. Dabei verwendete er Porzellansteine und schuf damit in klarer markanten Formen den hl. Petrus (mit Hahn und Schlüssel) und gegenüber den hl. Paulus.
 
Hinter dem sehr schlicht gehaltenen Altar aus dunkelgrauem Marmor steht der prächtige mit Emaillearbeiten geschaffene Tabernakel. Auf vier Seiten sind Bilder zu sehen, die nach dem Hymnus des hl. Thomas v. Aquin gestaltet sind. Geschaffen wurde dieses sakrale Kunstwerk von Rudolf Rieger (Stuttgart). Auf der Vorderseite sieht man Thomas, der den auf der Hostie abgebildeten gekreuzigten anbetet. Auch die Kirchenpatronin, die hl. Cäcilia  mit ihrem Verlobten Valerian und dessen Bruder Tiburtius sind zu erkennen. Cäcilia hat aus der Eucharistie Kraft geschöpft, auch in ihrem Martyrium.

 


An den Chorseitenwänden ist das zweigeteilte ewige Licht angebracht. Zum einen ist es der heilige Diakon Stephanus und zum anderen der heilige Laurentius, die jeweils ihre Lampen hin zum Altar strecken.


In der Osterzeit steht im Chorraum auch der über 2m hohe Osterleuchter. In Kupfer getrieben erkennt man Darstellungen über Schuld und Auferstehung, Eva und Maria, und den Auferstandenen selbst. Geschaffen wurde der Osterleuchter von Berthold Müller, der auch die 1m hohe Ölberg-Plastik des leidenden Christus geschaffen hat (Standort: Kreuzkapelle).
 
 
Gegenüber dem Chor liegen die beiden Kapellenräume, die sich in ganzer Höhe dem Kirchenschiff öffnen.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Taufkapelle

Der kubusartige Taufstein wurde von E. Mürrle (Pforzheim) geschaffen, aus dessen Hand auch der Kreuzweg stammt. Auf den vier Seiten des Taufsteins sind Darstellungen zum Thema „Wiedergeboren aus dem Wasser“, herb, kraftvoll und lebensnah aus dem Stein herausgearbeitet. Die Plastik des hl. Konrad stammte dagegen von Hugel (Karlsruhe). Das Fresko „Taufe Jesus im Jordan“ stammte von dem Karlsruher Maler Schilling (ebenfalls das Fresko in der Kreuzkapelle und die Darstellung der vier deutschen Heiligen in der Krypta).

 
Kreuzkapelle
:

 Die Plastik des hl. Antonius, wie auch die Wandreliefs neben dem Cäcilienaltar in der Krypta, stammen von Giesin (München). Das Fresko „Kreuzigung“ stammte von dem Karlsruher Maler Schilling (ebenfalls das Fresko in der Taufkapelle und die Darstellung der vier deutschen Heiligen in der Krypta).
 
 
 
Die Orgel
 
 
Die erste Orgel wurde am Patroziniumsfest 1935 feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Sie war mit 29 Register und zwei Manuale ausgestattet.

1970/71 wurde aber eine neue Orgel notwendig.

Die Orgelbauanstalt Michael Weise in Plattling (Bayern) baute die heutige Orgel. Es ist eine

Orgel mit mechanischen Schleifladen und elektrischer Registratur, mit 44 Registern – davon 36 klingende Register – und zwei freien Kombinationen. Die Register verteilen sich auf drei Manuale (28) und das Pedal (8)D

 
 







Auf dem Weg in die Krypta (Treppenabgang) befindet sich ein Missionskreuz, das von Emil Sutor (Karlsruhe) geschaffen wurde.

 

 

Unter der Sakristei und dem Chorraum wurde, in Anlegung an den frühchristlichen Brauch, eine geräumige Krypta geschaffen. In ihr befindet sich auch der Reliquienaltar der hl. Cäcilia. Es ist eine sehr schön gelungene Wiedergabe des Grabmals der Heiligen, das sich in Rom-Trastevere im Original befindet. Diese feine Nachempfindung stammt von dem Offenburger Bildhauer Kramer.

 Links und rechts neben dem Cäcilienaltar befinden sich Wandreliefs von Giesin (München), der auch die Plastik des hl. Antonius in der Kreuzkapelle schuf. Das Wandrelief links zeigt die hl. Cäcilia mit Tiburtius und Valerian in Begleitung eines Engels und auf dem rechten Relief sieht man die hl. Cäcilia neben Papst Urban, ebenfalls mit einem Engel. Gefertigt wurden diese Wandreliefs in der heimischen Majolikafabrik Nerbel. 

 
In den Bogenischen auf der linken Seite wird das Grabmal von Darstellung von vier deutschen Heiligen flankiert. Der Karlsruher Maler Schilling schuf die in grau-weiß auf goldrotem Grund gemalten Darstellung der vier deutschen Heiligen: hl. Albert d. Gr., Kaiser Heinrich II., hl. Lioba und hl. Elisabeth.
 
 
 
Von Schilling stammten auch die großen Fresken in der Kreuz- bzw. Taufkapelle.
 

 

Weitere Eindrücke aus unserer Krypta

 

 
 

Sancta Cäcilia
wir grüßen dich
Jungfrau
Märtyrin
Glaubenszeugin
mit hehrem Sinn

Sancta Cäcilia
wir verehren dich
seit
Jahrhunderten
In unserer
Stadt

Sancta Cäcilia
wir danken dir
Patronin
Behüte uns weiter
in uns´rem
bemühen

 Sancta Cäcilia
wir bitten dich

(Hubert Germeshausen)

St. Cäcilia Adresse
Kath. Kirche St. Cäcilia
Franz-Roser-Platz 1
74821 Mosbach
St. Cäcilia Maps