Zeittafel der St. Juliana - Stiftskirche Mosbach
6./7.
Jhd.Christianisierung unseres Raumes (vermutlich vom Bistum Worms aus)
um 825
Erwähnungen einer Abtei „Mosabach“ im Verbrüderungsbuch von Kloster Reichenau
973
Kaiser Otto II. übergibt dem Wormser Bischof Anno das Kloster Mosbach mit seinem Besitz in 23 Orten
etwa 1000
Umwandlung in ein Kollegialstift
1258
ältestes erhaltenes Siegel des Stifts Mosbach (mit der Abbildung der Hl. Juliana)
1291
Erwähnung einer Pfarrkirche („Leutkirche“) St. Cäcilia (heute Rathaus)
1368 (?)
Beginn Neubau St. Juliana als Stiftskirche (auf dem Platz einer Vorgängerkirche) mit dem Chor (heute Kath. Teil)
um 1390
Beginn Langhaus
1444
Grablege der Pfalzgräfin Johanna
bis Mitte 15. Jh.
Langhaus (heute Evang. Teil)
1468
Datum auf der achteckigen Kanzel im Evang. Teil (Abschluss der Baumaßnahme?)
1544-1556
Einführung der Reformation in der Kurpfalz
um 1545
wird Stiftskirche zur Pfarrkirche
1545
Ende der Kirche St. Cäcilia und nach Teilabbruch
1557-1566
Einrichtung des Rathauses
1564
Aufhebung des Kollegiatstiftes
1685
Im Dekret vom 13. Oktober (Toleranzedikt): volle Religionsfreiheit für Calvinisten, Katholiken und Lutheraner
1686
Wiederaufnahme der Kath. Seelsorge in Mosbach durch Franziskanerpatres; ab 1688 durch Geistliche der Diözese Würzburg
1696
Dekret des Kurfürsten vom 07.Juni: Mitnutzrecht der Rathausglocke für Gottesdienstfeiern der Katholiken an Fronleichnam und anderen Festtagen
1698
Im Dekret vom 29. Oktober: Bestimmung der Stiftskirche zur simultanen Nutzung für Protestanten und Katholiken im selben Kirchenraum (erster kath. Gottesdienst am 23. November 1698)
1700
Am 05. Mai weiht der Würzburger Weihbischof Weinberger die Altäre in der nunmehr simultanen Pfarrkirche
1706
Mit Dekret vom 30. Mai verfügt Kurfürst Johann Wilhelm, „wonach den Katholischen das Chor und die navis ecclesiae (das Schiff der Kirche) denen Reformierten … einzuräumen und die verglichene Separation solchen ends vorzunehmen sein wird …“
1707
Nach Beheben der größten Schäden in aller Eile wird der Chor am 15. Mai bezogen. (Entzünden der 1664 gestifteten Ewig-Licht-Lampe)
1708
Werden die beiden Gebäudeteile durch eine Mauer voneinander getrennt
(1714) / 1732
Entstehen die beiden barocken Seitenportale als Zugang zum katholischen Kirchenteil
1733
31. März: Bericht von Dekan Klüpfell an Kurfürst Philipp zeigt (schon damals) ein gutes Miteinander der beiden Konfessionen: „Wie friedliebend hießelnsten die Cathol. Vonzeit der Kirchentheilung gegen die Reform. ßich aufgeführet, erhellt auß dem, daß mann ihnen auß dem Langhaus durch den Chor biß in der Thurm den zugang zum geleuth friedliebent gestattet, mithin deß gebrauchß eineß großen wohlgelegenen Zimmerß, worin man den Cathol. Kirchen Ornat nutzlig Verwahren können, ßich auß Nachtbarschaft inerim begeben.“
Nach heutiger Leseart: „Allein aus Gründen guter Nachbarschaft hat die Kath. Kirchengemeinde freiwillig auf die Nutzung des Zimmers oberhalb des Eingangs vom Marktplatz (Südseite) her verzichtet als Durchgang vom Langhaus zum Geläut (Turm) (obwohl es selbst gut zu gebrauchen gewesen wäre).
1735
Rissesanierung im Gewölbe und sichern der Gewölberippen mit Eisenklammern
1753
Renovierung, insbesondere neues Gewölbe in der nördlichen Seitenkapelle, Bodenbelag im Altarbereich u. A. Versetzen der Grabplatte von Pfalzgräfin Johanna an die nördliche Chorwand
1780
wird „das vor drei Jahren begonnene Werk der Reparation“ zu Ende geführt. Aus dem Abschlussbericht: „Das ganze Innere der Kirche wir ausgeweißelt und die fürchterlichen Risse in der Wölbungen des Daches spärlich mit Kalk ausgefüllt, so dass die Angst vor dem Zusammensturz wenigstens geschwunden ist“.
Eine neue Empore mit neuem Zugang und Versetzen der Orgel dorthin wurde eingebaut, neue Sitzplätze und Kniebänke auf der unteren Empore angebracht (die Kirche war zu eng und konnte nicht
die ganze Zahl der Kath. Pfarrgemeinde bequem fassen)
1786
Kompletterneuerung des Dachstuhls
1808
wird das Franziskanerkloster aufgelöst (heute Amts- / Landgericht) und die Kirche abgebrochen. Die barocken Seitenaltäre sollen von dort nach St. Juliana verbracht worden sein
Zw. 1836-1641
Orgelreparatur und Empfehlung, eine neue Kirche zu bauen oder St. Juliana zu erweitern
1879
erneute Orgelreparatur
1883
In der Amtszeit von Pfarrer Spiegel (1858-1891) Renovation mit Erneuerung der Fenster (sog. Nazarener-Stil)
1889/90
Planung der Erweiterung von St. Juliana und für eine neue Orgel
1892
Neue Orgel (5.300 M) von Orgelbauer Keine, Waldkirch bei Freiburg
1904
wird die Julianakirche das elektrische Licht eingerichtet; im gleichen Jahr (11. November) ein Antrag auf Kirchenneubau gestellt, der 1905 abgelehnt wird.
1953-1955
Sanierung und Renovierung des kath. Teils (Chor) der Kirche: Rückführung auf gotische Erscheinungsbild, Absenken der Fussböden, Kanzel auf Nordseite, Abbruch der Vermauerung und neue Fensterverglasung, neuer Putz, Festigung der gewölberippen, Seitenaltäre in die Seitenschiffe, „neue“ Kommunionbank, Abbruch der 2. Empore, neue Bänke, Elektroanlage und Heizung, neuer Sakristeianbau, neues Wandbild von der Hl. Juliana
1998/99
kath. Teil: Standsicherheitsgutachten über den Bauzustand des Traggefüges, Holzwurmbehandlung, Oberflächenreinigung und diverse Fixierung von Goldfassungen an Altären, Kanzel und Einzelskulpturen
2001/02
kath. Teil: Innenrenovierung: Sicherungsmaßnahmen (Verankerungen und Verpressungen an Deckengewölben und im Kronenbereich des zweischaligen Außenmauerwerks). Abnahme des Sockelputzes innen und außen ca. 2 m hoch (Feuchtigkeitsausblühungen durch Salze) und Erneuerung, neuer Putzüberzug und Farbfassung der Innenraumschale, Erneuerung und zum Teil Rückführung der Farbfassungen auf Vorbefunde im Gewölberippenbereich, teilweise Freilegung und Restaurierung des Chorbogens (Scheidemauer = Westwand), Erneuerung von Heizung und Elektroanlagen, Neugestaltung der Altarstufen (Fund einer Grablege) und Kommunionbank einschließlich Neuverlegung Sandsteinplatten im Chorbereich, Überarbeitung der Fensterverglasung, Neuanstrich Außenwandflächen, Generalüberholung und Ausreinigung der romantischen Orgel
Quelle: Die ehemalige Stiftskirche St. Juliana in Mosbach – Festschrift aus Anlass der Renovierung des katholischen Teils in den Jahren 2000 bis 2002; Pfarrgemeinde St. Cäcilia in Mosbach (Hrsg.), Mosbach 2002
Hier noch einige Eindrücke vom Innern der Kirche:










