Elfriede Kupferschmid (Besuchsdienst Pfalzgrafenstift)

Elfriede Kupferschmid über ihr Engagement im Besuchsdienst des Seniorenheimes Pfalzgrafen-Stift in Mosbach Elfriede Kupferschmid (EK) ist bereits 92
 
Elfriede Kupferschmid (EK) ist bereits 92 Jahre und besucht betagte und zum Teil demente Seniorinnen und Senioren im Seniorenheim Pfalzgrafen-Stift in Mosbach. Das Interview führt Kristina Göb (KG)
 
KG:  Seit wann sind Sie ehrenamtlich im Besuchdienst des Pfalzgrafen-Stift tätig?
EK:  Ich bin seit dem zweiten Jahr des Bestehens des Pfalzgrafen-Stifts im  Besuchsdienst aktiv, also seit 1985. Das sind nun 34 Jahre.
KG:  Was machen Sie ehrenamtlich im Pfalzgrafen-Stift?
EK:  Wir sind eine Besuchsgruppe und besuchen mindestens einmal in der Woche vor allem die katholischen Bewohnerinnen und Bewohner im Seniorenheim.
KG:  Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ehrenamtlich tätig zu werden?
EK:  Ich bin von Herrn Dr. Zimmer (Anmerkung: damaliger Leiter des Gesundheitsamtes in Mosbach) angesprochen worden, als der Besuchsdienst aufgebaut wurde. Er meinte es sei eine gute Sache, da kannst du mitmachen.  So bin ich dann rein gekommen.
KG: Welche Besonderheiten hat es für Sie im Besuchsdienst tätig zu sein?
EK: Ich mache anderen Leuten durch meinen Besuch eine Freude. Es finden sehr gute Gespräche statt. Und manchmal halte ich auch nur die Hand, bei Bewohnern, die dement oder sehr krank sind.
KG: Erfahren Sie Anerkennung und Dankbarkeit für ihren ehrenamtlichen Einsatz?
EK: Ja! Das Strahlen der Senioren und die Frage „Kommen Sie wieder?“. Außerdem verspüre ich eine große Dankbarkeit, wenn ich selbst wieder nach Hause gehen kann und dass ich überhaupt noch im  Besuchsdienst aktiv sein kann.
KG:  Haben Sie noch andere Ehrenämter?
EK:  Nein. Aber ich unterstütze meine Freunde und meine Nachbarn. So übernehme ich Fahrdienste zum Arzt oder Einkaufen. Auch melde ich mich fast täglich bei meinen Freunden und erkundige mich nach ihrem Befinden. Mir ist es wichtig, aktiv auf Menschen zu zugehen.
KG:  Dazu fällt mir das Stichwort „gelebte Nächstenliebe“ ein.
EK:  Ja! So kann man das zusammenfassen.
KG:  Möchten Sie noch etwas zur Mitarbeit im Besuchsdienst sagen?
EK: Ich finde es schade, dass sich jüngere Frauen und Männer, die in die Rente gehen, sich nicht gerne bei uns engagieren. Ich vermute, sie haben Angst vor dem Alter. Wenn man das Alter nicht sieht, bleibt man jung, wird vielleicht gedacht. Aber so ist es nicht: Das Alter gehört zum Leben dazu. Nicht nur die Jugend. Man braucht keine Angst vor dem Älterwerden haben. Man muss das Leben nehmen, wie es kommt, dann ist man zufrieden.
KG: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Freude an bei Ihrem Engagement.