Volker Vogel (Kolpingfamilie Mosbach)

Volker Vogel über sein langjähriges Engagement bei der Kolpingfamilie Mosbach
 
 
Volker Vogel (VV) ist ein zurückhaltender Mensch, der weiß, wann er anpacken muss, damit sich etwas bewegt oder verändert und das im wahrsten Sinne des Wortes. Bei der Kolpingsfamilie Mosbach ist er seit 63 Jahren aktives Mitglied und engagiert sich auf vielfältige Weise. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Ehrenamtspreis der Region Mosbach für sein großes Engagement ausgezeichnet.
 
KG:     Seit wann sind Sie ehrenamtlich bei Kolping tätig?
VV:      Ich bin seit 1956 ehrenamtlich bei Kolping dabei. Ich bin über meinen Bruder dazu         
             gekommen. Damals war ich 13 Jahre alt! Ich bin in die Gruppenstunden gegangen und habe an der
             Gruppenleiterschulung von Kolping teilgenommen. Danach habe ich die männliche Gruppenstunde
             der Kolpingjugend übernommen.
 
KG:      Was hat Sie bei der Kolpingfamilie angesprochen?
VV:      Mich haben damals die vier Grundpfeiler von Adolph Kolping angesprochen:
            Sei ein tüchtiger Christ, ein tüchtiger Meister, ein tüchtiger Bürger und ein tüchtiger          
             Familienvater. Das zählt für mich noch heute.
 
KG:      Welche Aufgaben übernehmen sie bei Kolping?
VV:      Ich bin gewähltes Mitglied im Leitungsteam der Kolpingsfamilie Mosbach. Wir sind drei
             Personen im Team. Im Grunde organisiere ich die Kolpingfamilie Mosbach seit 55 Jahren mit.
 
KG:      Was haben Sie in ihrer langen Laufbahn bei der Kolpingfamilie alles umgesetzt?
VV:      Da gibt es sehr vieles! Aber vorab muss ich erklären, dass ich gelernter Maurer,          
             Ofensetzen und Fließenleger bin. Zusätzlich bin ich Maurermeister, Betonbaumeister und Techniker
             für Hochbau und habe ein Fernstudium für   Bauingenieurwesen absolviert. Mit diesem Wissen konnte
             ich bei vielen baulichen Projekten in der Kirchengemeinde die ehrenamtliche Bauleitung übernehmen.
           
Volker Vogel zählt seine vielen Baumaßnahmen auf, die er als Bauleitung gestemmt hat. Dazu zählen unter anderem:           
  - Umbau des Schwestern-Haus in der Friedrich-Ebertstraße          
  - Erweiterung des Kolpingraumes im Gemeindehaus St. Cäcilia 1982          
  - unter der Kirche St. Cäcilia ausgehoben, planiert und die Bodenplatte betoniert          
  - in Zusammenarbeit mit den Pfadfinderstamm Bernhard von Baden wurde der Kirchplatz erneuert und  
    gepflastert        
  - Mitwirkung bei der Errichtung des Kiwwelschisser-Brunnen in der Innenstadt     
  - Umbau der Altenbegegnung im Gemeindehaus St. Cäcilia zum Seniorentreff
  - Erneuerung der Abwasseranlage im Gemeinderaum und die Sanierung des Kolpingraumes
  - u.v.m.
 
KG:      Welche Besonderheiten hat es für Sie, sich bei der Kolpingsfamilie zu engagieren?
VV:      Für mich ist es etwas Besonderes, das Banner von Kolping zu tragen. Ich wurde von     
             Kaplan Bernhard Jung vereidigt. Das gab es damals noch. Am Kolping Gedenktag am 8. Dezember
             1959 wurde ich in das Amt des Bannerträgers eingeführt. Und trage das Banner bis heute bei
             feierlichen und traurigen Anlässen.
 
KG:     An welche besondere Aktion von der Kolpingsfamilie erinnern sie sich immer wieder?
VV:      Es gab und gibt noch viele Aktivitäten, von denen ich die aufregendste und mit Angst   
             verbundene erwähnen möchte. Ich erinnere mich an unseren Kleider- und Lebensmitteltansport nach
             Polen im Januar 1982. Da ein Mitglied aus unserer Gemeinde es nicht mehr alleine schaffte,
             Lebensmittel für seine Angehörige und Freunde nach Polen zu schicken, haben wir es übernommen
             eine große Aktion zu starten. Wir haben Päckchen für Kinder gepackt und Kleider und Lebensmittel
             gesammelt. In der Zeit von 1981 – 1983 wurde in Polen das Kriegsrecht ausgerufen und wir sind
             sozusagen als Erste in ein Krisengebiet gefahren. Unter der Organisation von   Caritas konnten wir
             nach Polen einreisen. Trotz großer Widrigkeiten haben wir es     geschafft, nach Opeln (Bischofsitz) zu
             gelangen und unsere Lieferung abzugeben und die Lebensmittel und Medikamente, vor allem an
             Kinder, zu verteilen. Es war schon eine schreckliche Reise. Wir haben Panzer gesehen,
             Grenzkontrollen erlebt und brenzlige Situationen gemeistert.   Es war für uns alle klar: Wir kommen in
             friedlicher Absicht und mit Gottes Segen. Uns wird schon nichts passieren. Die Dankbarkeit und die
             Freude in den Gesichtern der  Beschenkten war enorm. Der Aufwand hat sich gelohnt. Im Kloster
             Balsbach wurde Tag und Nacht für uns gebetet.
 
KG:     Erfahren Sie heute auch Anerkennung und Dankbarkeit für ihren ehrenamtlichen Einsatz?
VV:      Es gibt immer wieder Anerkennung oder dass der ein oder andere „Danke“ sagt und mir
             mal ein Foto von einer Aktion vorbeibringt. Und mir selbst gibt es auch eine Art  von Befriedigung, aber
             es ist auch eine Art von Verpflichtung, so nach dem Motto „einer muss es ja tun!“.
 
KG:      Haben Sie noch andere Ehrenämter?
VV:      Ich war von 1989 – 1994 im Stadtrat der Stadt Mosbach gewählt. Und ich hatte die  
             ehrenamtliche Bauleitung der KZ-Gedenkstätte in Neckarelz inne. Der Bau dauert über zwei Jahre und
             die Gedenkstätte wurde 2011 eingeweiht.
 
KG:      Sie sind ja ein „Tausendsassa“ und eine Familie haben Sie ja auch …  
VV:      Ja! Ich habe drei hübsche Töchter, also ein 4-Frauenbund und 3 Enkel.
 
KG:     Möchten Sie abschließend etwas zur Kolpingsfamilie sagen?
VV:      Ich möchte noch ein Zitat von Papst Pius XII zitieren, das er 1955 zur Jahrhundertfeier der    
             Kolpingfamilie gesagt hat: Mögen die Söhne Adolph Kolping sich immer und lebendig
             bewusst sein, dass sie nicht irgendein Verein mit einem profanen Zweck bilden, dass sie vielmehr vor
             eine hohe religiöse und soziale Aufgabe gestellt sind. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist in der
             Gegenwart noch viel schwieriger als vor hundert Jahren. Wenn die Mitglieder Beter sind wie es ihr
             Vater Adolph Kolping, werden sie es mit Gottes Gnaden auch heute erreichen.
 
KG:      Vielen Dank für das Gespräche und ein herzliches Dankeschön für all ihr Schaffen.
 
 
Die Kolpingsfamilie Mosbach versteht sich als Weg-, Glaubens-, Bildungs- und Aktionsgemeinschaft. Die Kolpingsfamilie führt viele Veranstaltungen und Aktionen durch. Gerne darf „geschnuppert“ werden. Und über neue Mitglieder freut sich die Kolpingsfamilie auch! Mehr Informationen finden Sie auf https://www.kolping-mosbach.de/ .